Versicherungen – Vergleichen und Sparen

Eine Klasse für sich

Jung, männlich, unbeliebt: Führerschein-Neulinge sind bei den Kfz-Versicherungen keine gern gesehenen Kunden. Vor allem junge Männer müssen lange suchen, um für ihr erstes Auto oder Motorrad einen günstigen Versicherungstarif zu finden. Die Wahl wird erschwert durch ein großes und völlig unübersichtliches Angebot.

Stiftung Warentest hat in der Maiausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ Angebote von 55 Autoversicherungen untersucht. Die teuerste Haftpflichtversicherung für einen Führerscheinneuling lag bei mehr als 4000 Euro im Jahr und war damit teurer als so manches Auto. Sie kostet damit ungefähr dreimal so viel wie die günstigsten Anbieter verlangt – und bietet dabei weniger Leistungen. Wer möglichst preiswert fahren möchte, muss sich nicht nur durch den unübersichtlichen Tarifdschungel kämpfen, sondern auch Verhandlungsgeschick beweisen, sagt Beate Bexter-Möller, Projektleiterin Autoversicherungen bei Stiftung Wartentest. Denn die Versicherer geben ihre Vergünstigungen erst auf Nachfragen preis, sagt die Warentesterin.

Rabatte gibt es zum Beispiel für Alleinfahrer. Garagenbesitzer und Kunden, die bereit sind, die Wahl ihrer Werkstatt der Versicherung zu überlassen, können ihre Versicherung unter Umständen auch billiger haben. Der Autotyp spielt ebenso eine Rolle wie ein Nachweis über die Fahrpraxis. Ausschlaggebend aber ist die Einstufung. Sie ist für Fahranfänger besonders ungünstig. Anfänger steigen oft mit 230 Prozent ein. Erst nach drei Jahren Fahrpraxis sind sie bei 140 Prozent. Viele lassen ihr Auto deshalb als Zweitwagen der Eltern versichern und beginnen mit 140 Prozent. Einziger Nachteil: Sie können so keine schadensfreien Jahre ansammeln.

Besser ist die so genannte Elternregelung. Viele Versicherer stufen Fahranfänger bei 140 Prozent ein, wenn sie in die Versicherung der Eltern eintreten.

Auch Motorradfahrer beobachten starke Unterschiede zwischen den Tarifen und Leistungen der einzelnen Versicherungen und Einstufungen bei 210 Prozent. Allerdings gibt es auch Versicherer, die Fahranfänger schon mit 100 Prozent beginnen lassen. Mittlerweile gibt es kaum noch eine Versicherung, die nicht mehr mit Regionalklassen arbeitet: in unfallträchtigeren Gegenden kostet die Versicherung mehr, in Regionen mit wenigen Unfällen weniger. Berliner Motorradfahrer werden stets in der teuersten Klasse eingestuft. Bis Anfang des Jahres gab es noch einzelne Versicherungen, die bundeseinheitliche Tarife anboten. Doch inzwischen hat auch die Bayerische Beamtenversicherung (BBV) die Regionalklassen eingeführt.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de - Autor: Harald Olkus



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