Brandschutz auf der Baustelle – Mehr Sicherheit für Ihr Zuhause

So langsam nimmt Ihr Bauvorhaben Gestalt an: Das Dach ist eingedeckt, die Fenster sind eingesetzt und die Arbeiten für den Innenausbau schreiten zügig voran.

Alles bestens, wenn es nicht auf einmal durch irgendeine Unachtsamkeit zu einem Feuer kommt. Sie denken, dass kann eigentlich nicht der Fall sein? Auf jeder Baustelle gibt es Gefahrenquellen, die zu einem Brand führen können. Sei es durch unachtsames Arbeiten, unerkannte Zündquellen oder im ungünstigsten Fall der Blitzeinschlag bei einem Gewitter. Worauf müssen Sie als Bauherr beim Brandschutz auf der Baustelle achten?

Strom ist eine häufige Gefahrenquelle und Auslöser für Brände

Elektrische Werkzeuge, Baumaschinen oder funkenreißende Geräte stellen ein hohes Feuerrisiko dar. Gründe für die Brandgefahr sind unter Umständen technische Mängel an Geräten, aber auch eine Überlastung des Stromnetzes. Diese ist vor allem dann gegeben, wenn elektrische Geräte mit dem bereits vorhandenen Stromnetz des Hauses betrieben werden. Bei der Vielzahl von strombetriebenen Werkzeugen – vor allem bei Eigenleistung – kann es zu einer Überlastung von Steckern, Kabeln oder Steckdosen kommen. Es passiert häufig, dass zu viele Geräte an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen werden. Diese sind aber nur für den Gebrauch von Kleingeräten ausgelegt mit einer Maximalleistung von 3.000 bis 3.500 Watt. Sind mehrere Verbraucher angeschlossen, die deutlich mehr Watt verbrauchen, so ist eine Überlastung vorprogrammiert: Das Risiko eines Kabelbrandes steigt.

In der Regel springt bei einer Überlastung die Sicherung raus, so dass die Stromzufuhr unterbrochen wird. Das Kabel oder die Steckdose kann aber trotzdem schmoren und unter Umständen Fugen werfen. Liegt dann n och jede Menge Baumaterial oder Verpackungsmaterial herum, so kann dieses durch Funkenflug schnell in Brand geraten.

Welche Maßnahmen können Sie zum Brandschutz auf der Baustelle ergreifen?

Für jede Baustelle gilt: Je geordneter und aufgeräumter, desto mehr Sicherheit. Das gilt auch für das Risiko eines Brandes. Eine ordentliche Lagerung von Baumaterialen ist das A und O. Brennbares Material sollten Sie, bis es die Bauarbeiter benötigen, außerhalb des Rohbaus lagern, exemplarisch in einem Baucontainer. So ist es auch vor Diebstahl geschützt. Da auf der Baustelle naturgemäß viel geraucht wird, besteht immer das Risiko, dass durch eine Kippe zu einem Brand kommt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Kippe achtlos in den Haufen mit Verpackungsmaterial geschnipst wird. Ebenso sollten Brennbare Lacke und Flüssigkeiten bei Nichtgebrauch außerhalb des Hauses gelagert werden, damit eine Brandausbreitung hierüber vermieden werden kann.

Feuergefährliche Arbeitsgeräte

Feuerarbeiten wie Schweißen, Schneidbrennen, Trennschleifen, Trocken oder Lösten bergen naturgemäß das Risiko, dass hierdurch ein Brand ausgelöst wird. Bauliche Tätigkeiten, die mit Funkenflug einhergehen, gehören zu den häufigsten Schadenursachen bei Bränden auf Baustellen.

Was müssen Sie vor Beginn dieser Arbeiten beachten?

  • Ausreichend geeignete Feuerlöscher bereitstellen
  • Bewegliche brennbare Gegenständen aus dem Gefahrenbereich entfernen
  • Mögliche Staubbildung vermeiden
  • Entfernen von brennbaren Umkleidungen und Isolierungen von Rohrleitungen, Kesseln und Behältern
  • Explosionsgefahren, die durch Gas- oder Staub-Luft-Gemische entstehen können, vermeiden

Sicherungsmaßnahmen während der Arbeiten mit feuergefährlichen Geräten

  • Den Bereich, in dem mit feuergefährlichen Geräten gearbeitet wird, müssen Sie laufend überwachen.
  • Hohlstellen, Fugen und Ritzen überwachen
  • Achten Sie darauf, dass sich keine brennbaren Gegenstände oder Stoffe, die Sie nicht entfernen können, entzünden
  • Übermäßig erwärmte Bauteile mit Wasser kühlen

Welche Feuerlöscher eignen sich für den Brandschutz?

Die häufigsten Feuerlöscher sind Pulverlöscher, Schaumlöscher und Wasserlöscher. Wasserlöscher sind eher weniger empfehlenswert, da ihre Nutzung nur bei einer begrenzten Anzahl von Bränden möglich ist. Lediglich Brände mit festen Stoffen wie Holz, Papier oder Folien können Sie damit löschen. ABC-Pulver im Pulverlöscher ist vielseitig einsetzbar. Dazu gehören Brände von  flüssigen Stoffen und gasförmigen Stoffen. Allerdings zeichnet sich ein Pulverlöscher durch eine schlagartige Löschwirkung aus. Eine starke Verschmutzung ist die Folge. Nachvollziehbar, wenn sechs Kilo Löschpulver in alle Zwischenräume und Poren des Rohbaus eindringen. Hier hilft nur noch eine chemische Reinigung, um die Rückstände zu beseitigen.

Schaumlöscher sind zwar im Vergleich zum Pulverlöscher teuer, können aber im Brandfall zielgerichteter eingesetzt werden. Der Brandort bleibt quasi sauer, da der Löschschaum nur auf den Brandherd gerichtet ist. Die Reinigung ist also weitaus weniger arbeitsintensiv. Allerdings eignen sich Schaumlöscher nicht für Gasbrände – diese treten bei einem Bauvorhaben aber eher seltener auf.

Wie müssen Sie sich im Brandfall verhalten?

Sind Kleinlöschgeräte vorahnden, können Sie einen Entstehungsbrand damit in den Griff bekommen. Wichtig ist dabei, dass Sie aber vor dem Einsatz von Feuerlöschern die Feuerwehr alarmieren. Nachher reichen die eigenen Löschmittel nicht aus, rufen Sie erst dann die Feuerwehr, kommt es zu einer Verzögerung beim Einsatz der Rettungskräfte.

Ist der Einsatz von Feuerlöschern nicht von Erfolg gekrönt, das heißt es, den Brandraum zu verlassen und die Tür zu schließen. So können Sie die Brandausbreitung und vor allen das Übergreifen von Rauch auf andere Bereiche des Hauses verhindern.

Welche Versicherung leistet bei einem Brand im Neubau?

Nicht selten kommt es vor, dass bei einem Bauvorhaben ein Feuer ausbricht und es dadurch zu einem massiven Schaden kommt. Allein durch die Rauchentwicklung sind große Teile des Neubaus kontaminiert und müssen aufwendig gereinigt werden. Bereiche oder Bauteile, die durch das Feuer direkt in Mitleidenschaft gezogen wurden, müssen ausgetauscht werden. Das kostet Sie eine Menge Geld. In einem solchen Fall ist die Feuer-Rohbauversicherung die einzig mögliche Absicherung. Diese ist quasi eine vorgelagerte Gebäudeversicherung, die das Risiko Feuer während des Bauvorhabens abgedeckt. Die Feuer-Rohbauversicherung ist beitragsfrei und wird nach Baufertigstellung in die vollständige Gebäudeversicherung umgewandelt. Erst ab diesem Zeitpunkt werden auch die Beiträge fällig.

Wenn es gebrannt hat, verständigen Sie Ihre Versicherung und klären detailliert ab, welche Schritte nun von der Versicherung unternommen werden und welche Schritte Sie einleiten dürfen. Beginnen Sie auf keinen Fall mit dem Aufräumarbeiten: In der Regel beschlagnahmt die Polizei die Brandstelle eh zu Ermittlungszwecken, damit sich Brandermittler einen Überblick über die Entstehungsursache verschaffen können. Unter Umständen haben Handwerker den Brand ausgelöst, was wiederum Regressansprüche zur Folge hat. Haben Sie im Rahmen von Eigenleistungen den Brand herbeigeführt, ist es wichtig, dass Ihre Feuer-Rohbauversicherung auch Schäden durch grob fahrlässige Handlungen abdeckt.

 

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