Elementarversicherung: Die Starkregenfälle nehmen zu

Der Klimawandel, der von vielen noch vehement bestritten wird, zeigt seit Jahren schon seine verheerende Wirkung in Form von Starkregenfällen. Steigende Temperaturen sorgen automatisch für mehr Regen.

2017 Katastrophenalarm im Kreis Goslar, 2016 schwere Schäden in Braunsbach und Simbach, 2014 die höchste je gemessene Niederschlagsmenge in Münster. Das Starkregenrisiko steigt und derzeit ist nur ein Bruchteil der Häuser in Deutschland gegen dieses Risiko mit der Elementarversicherung ausreichend geschützt. Erst am Himmelfahrtstag haben Starkregenfälle in Hamburg und weiten Teilen Norddeutschlands massive Schäden ausgelöst.

Wärmere Luft bedeutet auch mehr Starkregen

Der Klimawandel ist vorhanden und auch verantwortlich für die in den letzten Jahren häufig auftretenden Starkregenfälle. Sicher, das Wetter unterliegt starken Schwankungen. Aber letztendlich geben die meteorologischen Beobachtungen den Ausschlag, dass wir uns in den nächsten Jahren auf die Zunahme von Starkregen vorbereiten müssen. Hinzu kommen längere Trockenperioden und auch heftigere Stürme. Faktisch hat sich die Luft seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1882 um 1,4 Grad Celsius erwärmt. Da ein Grad Erwärmung rund sieben Prozent mehr Regen mit sich bringt, liegen wir also bei rund zehn Prozent mehr Regen als noch zum Ende des 19. Jahrhunderts. Wenn sich also die Lufttemperatur noch um ein weiteres Grad erwärmt, bedeutet dies noch mehr Regenfälle.

Wenn der Regen langsamer wird

Auf Regen folgt immer Sonnenschein. So stimmt das Sprichwort. Allerdings wird es künftig etwas länger dauern, bis der Sonnenschein wiederkommt. Dafür muss der Regen nämlich erst einmal abziehen und das tut er zu langsam. Die Temperaturunterschiede zwischen der Arktis, also den beiden Polen und dem Äquator, sorgen dafür, dass ein Starkwindband in zehn Kilometern Höhe sich kontinuierlich um die Erde bewegt. Ist dieser Temperaturunterschied hoch, so wandert das Starkwindband schneller. Sinkt hingegen die Temperaturdifferenz, dann wird das Starkwindband langsamer. Damit ziehen natürlich auch Regenwolken langsamer ab und es fällt mehr Regen auf weniger Fläche – so, als wenn Sie den Rasensprenger nicht rechtzeitig abstellen.

Mehr Regen lässt die Gewässer ansteigen

Fällt also in den verschiedensten Regionen mehr Regen, so trifft das erst einmal die Gewässer. Bäche und Flüsse steigen an und durch ihre Fließgeschwindigkeit suchen sie sich ihren Weg, wenn die Wassermasse nicht mehr durch das natürliche Bett aufgenommen werden kann. Die Folge: Die Gewässer treten über die Ufer. Eindrucksvoll mussten das die Menschen rund um die Elbe im Jahr 2002 erleben, ebenso wie viele Menschen in Süddeutschland 2013. Schlimm traf es vor allem die Bewohner der Orte Braunsbach und Simbach im Sommer 2016, wo die über die Ufer getretenen Bäche schwerste Verwüstungen in beiden Gemeinden ausgelöst hatten. Ein Großteil der Häuser wurde stark beschädigt. Glücklicherweise waren hier die Schäden vieler Häuser mit der Elementarversicherung abgedeckt, da diese in Baden-Württemberg in der Vergangenheit eine Pflichtversicherung war.

Starkregenfälle können überall auftreten

Trotz des Wetterwandels und der damit verbundenen häufiger auftretenden Wetterphänomene reagieren die Bürger noch sehr gemächlich, was den Versicherungsschutz der Eigenheime angeht. Gerade einmal 40 Prozent aller Häuser sind gegen die Folgen von Starkregenfällen und Überschwemmungen mit der Elementarversicherung geschützt. Dass nicht allein über die Ufer tretende Gewässer ein Risiko sind, hat sich in Münster im Sommer 2014 gezeigt. Mit mehr als 250 Litern Regen pro Quadratmeter war das ein Wetterereignis, das so statistisch eigentlich nur alle 100 Jahre auftritt. Die Überschwemmung war also nicht die Folge eines ausgeuferten Gewässers, sondern von Starkregen. Zahlreiche Häuser waren durch vollgelaufene Keller davon betroffen. Ein großer Teil der Objekte war nicht gegen Elementargefahren versichert.

Keine staatlichen Hilfen bei Starkregenfällen

Zieht sich nach einem Unwetter das Wasser zurück, dann ist das Entsetzen erst einmal groß. Viele betroffene Hauseigentümer sind nicht versichert und stellen fest, dass die Überschwemmung das eigene Haus schwerst beschädigt hat oder es sogar abgerissen werden muss. Der Ruf nach Soforthilfen wird dann laut. Bisher haben Bund und Länder immer fleißig gezahlt. Das ist nun vorbei. Sachsen und Bayern ziehen ab 2019 die Bremse. Da sich private Hauseigentümer gegen das Risiko von Überschwemmungen mit der Elementarversicherung schützen können, müssen die Schäden auch nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Mal abgesehen davon, dass solche Starkregenfälle künftig vermehrt auftreten werden.

Mehrere Bundesländer organisieren Kampagnen, um das Risikobewusstsein zu stärken. Zuletzt hat Schleswig-Holstein das Thema aufgegriffen. Kein Wunder, denn ausgerechnet im Land zwischen den Meeren sind deutschlandweit die wenigsten Häuser gegen das Risiko von Überschwemmungen geschützt. Dabei geht es nicht etwa um das Risiko einer Sturmflut. Nein, vielmehr um die Starkregenfälle, die nun einmal überall auftreten können. Hier ist die einzig wirksame finanzielle Absicherung die Elementarversicherung. Im Übrigen ist auch Prävention angesagt: Das geht schon damit, dass Lichtschächte oder Kellerzugänge mit Aufkantungen geschützt werden und in Lichtschächte regendrucksichere Fenster eingebaut werden.

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