Halloween – alles rund um den Kürbis, fliegende Eier und Kinderstreiche

Kürbis zu HalloweenWenn es Ende Oktober nach der Zeitumstellung abends wieder früh dunkel ist, streifen zu Halloween jede Menge gruselige Gestalten um die Häuser. Zumeist sind unter den schaurigen Masken Kinder versteckt,

die an den Haustüren klingeln und „Süßes oder Saures“ fordern. Meistens wird ihnen die Tür geöffnet und es gibt ein paar Süßigkeiten in den mitgebrachten Eimer oder die mitgebrachte Tasche. Viele Hauseigentümer machen diesen relativ jungen Brauch nicht mit und lassen die Tür geschlossen. Dann setzt es Saures, indem schon mal Eier gegen die Fassade fliegen. Was für Kinder vielleicht noch ein Spaß ist, hat aber eher den Charakter einer Sachbeschädigung. Schließlich ist eine solche Schmiererei nur mühevoll zu entfernen.

Woher kommt eigentlich Halloween?

Entgegen der weitläufigen Meinung kommt Halloween vom Ursprung her nicht etwa aus den USA, sondern aus Europa. Es handelt sich vielmehr um einen keltischen Brauch: Zur Sonnenwende haben die Menschen ihr Vieh von den Weiden wieder in die Ställe getrieben. Gleichzeitig sollten der Sage nach auch Seelen der Toten zurück zu ihren Heimen kehren. Auf den Hügeln wurden Feuer entzündet und teilweise auch gruselige Verkleidungen angezogen, die die bösen Geister vertreiben sollten. Zwischenzeitlich wurden die Freudenfeuer an einigen Stellen in Schottland oder Irland sogar durch die Kirche verboten. Trotzdem wurde Halloween zu einem der wichtigsten Feiertage, der vor allem in England und Schottland ausgelassen begangen wurde.

Die Sage von Jack Oldfield

Der Brauch, einen ausgehöhlten Kürbis zu beleuchten, ist teilweise den Amerikanern zuzuschreiben. Der Ursprung selber liegt in Irland. Hier ist der Bösewicht Jack Oldfield mit dem Teufel einen dubiosen Pakt eingegangen. Der Teufel wollte Oldfields Seele holen und dieser bat um einen Apfel als Henkersmahlzeit. Der Teufel persönlich bestieg einen Baum, um den Apfel zu pflücken. Daraufhin ritzte Jack Oldfield ein Kreuz in die Baumrinde, so dass der Teufel nicht mehr hinab steigen konnte. Der Teufel handelte mit ihm aus, dass er ihm nie wieder in die Quere kommen würde. Nach seinem Tod gelangte Jack Oldfield aber wegen seiner Untaten zu Lebzeiten nicht in den Himmel. Der Teufel wollte ihn aber auch nicht in der Hölle haben. Allerdings erbarmte sich der Teufel und schenkte Jack Oldfield eine ausgehöhlte Rübe mit glühenden Kohlen, damit dieser sich in der Dunkelheit zwischen Himmel und Hölle zurechtfinden konnte.

Von Irland nach Amerika

Viele irische Auswanderer nahmen den Brauch des Halloween mit in die USA. Dort gab es weniger Rüben, dafür aber mehr Kürbisse und so wurde fortan der Kürbis als Jack O’Lantern bekannt gemacht. Anfang der 1990er Jahre gelangte der Halloweenbrauch auch nach Europa. Hier hatte Halloween zunächst einen weniger schaurigen als vielmehr fröhlichen Charakter. Das Kostümieren stand im Vordergrund und war eine willkommene Alternative zum im Jahr 1991 wegen des Golfkrieges ausgefallenen Karneval.

Kinderstreich oder Sachbeschädigung?

Neben den Kostümen durfte natürlich das Umherziehen der Kinder nicht fehlen. Sie haben Taschen und kleine Eimer dabei, um an den Haustüren der Nachbarschaft Süßigkeiten einzufordern. In vielen Fällen bekamen sie auch etwas, da die meisten Leute diesen Brauch wohlwollend unterstützten. Gab es allerdings nichts, konnte es ungemütlich werden. Da flogen schon mal Eier oder Mehlsäckchen gegen die Hauswände oder kleine Böller wurden in den Briefkasten gesteckt. Mit fatalen Folgen: Das Haus war beschmiert oder der Briefkasten beschädigt. Faktisch handelt es sich dabei um Sachbeschädigung: Werden Kinder oder Jugendliche dabei erwischt, dann hat das teure Konsequenzen: Die Privathaftpflicht zahlt nämlich in solchen Fällen nicht für den entstandenen Schaden, da dieser vorsätzlich verübt wurde. Lediglich Schäden, die sich aus Unachtsamkeit ereignen, werden von der Privathaftpflicht übernommen. Das dürfte allerdings bei einem gezielten Eierwurf kaum der Fall sein. Informationen zur Privatpflicht finden Sie unter: https://www.vergleichen-und-sparen.de/privathaftpflicht/

Das so manche Jugendliche zu Halloween ein wenig die Bodenhaftung verlieren, hat sich vor Kurzem in Walldorf bei Heidelberg gezeigt. Dort wurden drei junge Leute zwischen 16 und 20 Jahren mit Sozialstunden und Geldstrafen belegt. Sie hatten in der Halloween-Nacht 2017 randaliert. Die Folge: eine Verurteilung wegen versuchter Brandstiftung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Landfriedensbruch. Ein bisschen viel auf einmal.

Wann dürfen Kinder zu Halloween alleine losziehen?

Das Jugendschutzgesetz regelt, wie lange sich Kinder beispielsweise in Bars, Kneipen oder Diskotheken aufhalten dürfen. Da Halloween aber eine, sagen wir mal, Freiluftveranstaltung ohne räumliche Begrenzung ist, sind hier der Zeit rechtlich betrachtet keine Grenzen gesetzt. Es gilt das gesunde Empfinden der Eltern. Wenn ein 13-Jähriger nachts um 2.00 Uhr von der Polizei aufgegriffen wird, dann ist das allerdings schon fragwürdig. Generell sollten Eltern ihre Kinder begleiten, wenn sie noch keine 14 Jahre alt sind. Sind die Kinder älter, aber noch nicht erwachsen, so müssen Eltern überlegen, was hier sinnvoll ist und dieses mit den Kindern abstimmen.

Übrigens: Sprechen Sie mit ihren Kindern, wenn sie 14 Jahre und älter sind, dass sie durchaus für ihre Streiche zu Halloween, wenn sie dabei über die Stränge schlagen, zur Verantwortung gezogen werden können. Das kann im ungünstigen Fall Sozialstunden und Schadensersatz bedeuten. Wenn Jugendliche tatsächlich ein Sachbeschädigung verüben und der Geschädigte erwischt sie dabei, darf er nach dem Ausweis fragen und bei Weigerung sogar den Jugendlichen festhalten und die Polizei rufen.

Gruselige Kostüme sind erlaubt

Natürlich gehört zu Halloween auch ein schaurig-schönes Kostüm. Gummi-Dolche und Plastik-Äxte sind ebenfalls kein Problem. Sehen die Waffen aber zu echt aus oder es handelt sich womöglich um antike Waffen, so können Sie sich damit trotzdem eine Anzeige einhandeln. Es gibt nämlich im Waffengesetz einen Passus, der das Tragen von „Anscheinswaffen“ verbietet. Mit dem Kostüm Auto fahren ist erlaubt, aber nicht, wenn Gesichtsmasken das Sehvermögen oder die Hörfähigkeit einschränken. Dann gibt es ein Knöllchen über zehn Euro. Positiv: Der Trend der Gruselclowns, die zu Halloween 2016 Schlagzeilen machten, scheint abgeebbt zu sein. Zumindest war davon im vergangenen Jahr kaum noch etwas davon zu hören.

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