Hausratversicherung: Erneuter Rückgang bei den Einbruchzahlen

Einbrecher

Endlich mal positive Nachrichten, die mit der gestern veröffentlichten Kriminalstatistik hervorgebracht werden: Seit dem Jahr 2015 sinkt in Deutschland das Einbruchrisiko.

Mussten vor drei Jahren die Kriminalstatistiker noch Höchststände bei Einbrüchen vermelden, so gehen seit 2016 und 2017 die Straftaten in diesem Bereich kontinuierlich zurück. Ein großer Teil der Einbrecher scheitert mittlerweile an den Sicherheitstechniken, die immer häufiger in Wohnhäusern verbaut werden. So scheitern mittlerweile 45 Prozent aller Einbruchversuche, da die Täter nicht schnell genug ins Haus gelangen. Immer weniger Schäden müssen also durch die Hausratversicherung bezahlt werden.

Wie häufig wird in Deutschland eingebrochen?

Für das Jahr 2017 stehen in der Kriminalstatistik rund 120.000 Einbrüche. Im Jahr 2015 waren es noch 167.000, 2016 insgesamt 140.000 Einbrüche. Die Zahl der Straftaten geht also deutlich zurück. Aber letztendlich wird in Deutschland immer noch im Vier-Minuten-Takt eingebrochen. Nach wie vor sind es Banden aus Südost-Europa, die für die Straftaten nach Deutschland einreisen und danach direkt wieder im Ausland untertauchen. In diesen Zahlen sind auch die Einbrüche in Garagen, Keller, Gemeinschaftsräume und Dachböden eingeschlossen.

Wo ereignen sich die meisten Einbrüche?

In absoluten Zahlen liegt Nordrhein-Westfalen ganz weit vorne in der Einbruchstatistik. Mit rund 40.000 Einbrüchen schlagen hier die Täter am häufigsten zu. Sicher, Nordrhein-Westfalen ist das einwohnermäßig größte Bundesland und die gute Infrastruktur ermöglicht eine schnelle Flucht. Aber im Vergleich dazu leben die Bayern wesentlich sicherer. Hier wurde im Jahr 2017 rund 6.000 Mal eingebrochen. Für die fast gleiche Einwohnerzahl ist das schon ein erheblicher Unterschied. Das größte Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, haben die Bremer Bürger. Dort kommen auf 1.000 Haushalte 7,3 Einbrüche. In Bayern wird nur einer von 1.000 Haushalten von einem Einbrecher heimgesucht.

Wie hoch sind die Schäden bei Einbrüchen durch die Versicherer?

In den meisten Fällen sind die Opfer von Einbrüchen zumindest finanziell mit der Hausratversicherung abgesichert. Diese ersetzt zwar den materiellen Schaden, kann aber nicht die psychischen Schäden auffangen. 2015 mussten die Versicherer noch rund 530 Millionen Euro an Schadensersatz leisten, im Jahr 2017 waren es dagegen 360 Millionen Euro. Die Versicherer machen ebenfalls die verbesserten Schutzmaßnahmen und die Aufklärung durch die Polizei für den Rückgang verantwortlich. Dennoch gilt es jetzt, sich nicht zurückzulehnen. Jede Entwarnung im Bereich der Einbruchzahlen wäre eine trügerische Sicherheit – die Prävention muss weiter massiv vorangetrieben werden. Der durchschnittliche Schaden sank von 3.350 Euro im Jahr 2015 auf 3.000 Euro im Jahr 2017.

Wann wird am häufigsten eingebrochen?

Der Monat Dezember lockt besonders viele Einbrecher an. Die Tage sind kurz, es wird früh dunkel und viele Menschen sind noch bei der Arbeit, wenn Einbrecher bei einsetzender Dunkelheit mit ihrem Tagewerk beginnen. Fast jeder fünfte Einbruch ereignete sich im Dezember. Lohnenswert ist der Monat vor allem, weil in vielen Häusern und Wohnungen schon die Geschenke für Weihnachten parat liegen. Zwar sind sie noch gut versteckt, bevor sie unter den Weihnachtsbaum gelegt werden, aber Einbrecher kennen sich aus und finden Wertgegenstände in den noch so abgelegensten Ecken. Darüber hinaus sind die Monate November, Januar und Februar ebenfalls bei Einbrechern sehr beliebt. Erst im März, wenn die Tage wieder länger werden, sinkt das Risiko eines Einbruches. Von den Uhrzeiten her liegt das höchste Risiko zwischen 16 und 18 Uhr sowie zwischen 12 und 14 Uhr. Fast 35 Prozent aller Taten ereignen sich in diesen Zeiträumen.

Wo sind die Schwachstellen bei Häusern und Wohnungen?

Einbrecher verschaffen sich bei Mehrfamilienhäusern und Einfamilienhäusern an unterschiedlichen Stellen Einlass. Bei Mehrfamilienhäusern sind vor allen die Haupteingangstür und die Balkontüren gefährdet. Bei Einfamilienhäusern hingegen versuchen die Einbrecher über rückseitig gelegene Terrassentüren oder über Fenster ins Haus zu gelangen. Fast 80 Prozent aller Einbrüche haben sich über diesen Weg ereignet. Die Folgen sind gravierend: Neben den Schäden am Gebäude und den gestohlenen Dingen ist oftmals noch ein anderer Umstand schon fast dramatisch. In mehr als 40 Prozent aller Fälle wurde die Wohnung durch die Einbrecher verwüstet, was in der Regel mit einem hohen Sachschaden einhergeht. Zwar sind Vandalismusschäden bei einem Einbruch über die Hausratversicherung abgesichert, doch der Schock sitzt erst einmal tief und führt dazu, dass sich rund die Hälfte aller Betroffenen auch lange Zeit nach einem Einbruch sehr unsicher fühlt.

 

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