Pferde im Sommer: Überhitzung kann gesundheitliche Schäden auslösen

Mädchen sitzt auf Pferd

Der Sommer ist für uns die schönste Jahreszeit – wir können uns von den Sonnenstrahlen verwöhnen lassen und genießen die Wärme, die sich auf unserer Haut breit macht.

Für unsere großen Freunde, die Pferde, ist der Sommer längst nicht immer ein Vergnügen. Die Überhitzung bei Pferden kann zu einem echten Problem werden. Einerseits, weil sie die Hitze nicht so sehr mögen, andererseits, weil die direkte Sonneneinstrahlung zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Aus ihrer Zeit als Steppentiere haben die Pferde sich selber ein schattiges Plätzchen gesucht, auf so mancher Weide gibt es keine Möglichkeit, Unterschlupf vor der Sonneneinstrahlung zu finden.

Woran erkennen Sie die Überhitzung des Pferdes?

Eine Überhitzung muss nicht erst bei hohen sommerlichen Temperaturen auftreten. Es reicht schon aus, wenn Ihr Pferd bei Sonnenschein auf der Weide steht und keine Möglichkeit hat, Schatten aufzusuchen. Durch die Sonneneinstrahlung schwillt das Gehirn an. Es kommt zu Ausfallerscheinungen. Das Pferd taumelt, macht hektische Bewegungen oder legt sich hin. Wenn Ihr Pferd nachmittags auf der Weide liegt, hält es nicht unbedingt ein Schläfchen, sondern ist unter Umständen schon ohnmächtig. Vergewissern Sie sich sofort, wie es Ihrem Pferd geht und verständigen Sie bei Bedarf den Tierarzt. Die Leistungen des Tierarztes sind durch die Pferdekrankenversicherung abgedeckt. (Quelle: https://www.vergleichen-und-sparen.de/pferdekrankenversicherung/)

Welche Erstmaßnahmen können Sie bei der Überhitzung Ihres Pferdes ergreifen?

Zuerst gilt bei einer erkannten Überhitzung: Verständigen Sie vor Einleitung eigener Maßnahmen sofort den Tierarzt. Fälle von Überhitzung sind ganz klar ein Notfall!

Als erste Maßnahmen bei einer Überhitzung können Sie Ihrem Pferd wie folgt helfen:

  • Zuerst raus aus der Sonne: Führen Sie das Pferd in den Stall oder einen Unterstand, der Schatten spendet. Wickeln Sie Pferd feuchte Tücher um die Gliedmaßen, diese dürfen aber nicht eiskalt sein. Eine alte Decke oder ein Bettlaken können Sie befeuchten und dem Pferd überlegen.
  • Können Sie das Pferd nicht von seinem Platz fortbewegen, so schaffen Sie künstlichen Schatten. Notfalls mit einem Sonnenschirm oder mit einem Helfer, der eine Decke zwischen der Sonne und dem Pferd hält.
  • Lassen Sie Ihr Pferd in dieser Situation auf keinen Fall trinken oder fressen. Die zentralen Störungen des Nervensystems durch die Überhitzung führen zu Einschränkungen beim Schluckreflex. Dadurch kann Ihr Pferd Wasser einatmen – dadurch kommt es zu einer Lungenentzündung.

Warum kommt es bei Pferden schneller zu einer Überhitzung als bei uns Menschen?

Anders als wir Menschen haben Pferde einen größeren Anteil an aktiven Muskeln. Bein einem Ausritt kommt es zur Beanspruchung dieser Muskeln und durch die Beanspruchung beginnt das Pferd zu schwitzen. Normale Außentemperaturen führen dazu, dass das Pferd etwa 20 Lier Schweiß bildet. Bei Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung sind es schon 30 Liter Schweiß. Die feucht-warme Umgebungsluft führt aber dazu, dass es nicht zu einer Verdunstungskühle kommt. Der Schweiß rinnt quasi am Pferd herab, es steht damit quasi in einer schwül-warmen Blase.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass Pferde an schwül-warmen Tagen zehnmal so schnell überhitzen wie wir Menschen. Schon 15 bis 20 Minuten Training mit mäßiger Intensität reichen aus, um die Körpertemperatur auf ein gefährliches Maß hochzupuschen. Diese liegt im Normalzustand bei 37 und 38 Grad. Steigt die Körpertemperatur auf 41 Grad, so liegt die Temperatur der Muskeln schon bei 43 Grad. Es kommt zur Zersetzung der körpereigenen Proteine und im weiteren Verlauf zur Überhitzung.

Welche Folgen kann eine Überhitzung bei Pferden haben?

Durch das Versagen körpereigener Kühlmechanismen steigt die Körpertemperatur an und die Zersetzung der körpereigenen Proteine beginnt. Daher ist es wichtig, diesen Überhitzungsprozess so schnell wie möglich zu unterbrechen. Ansonsten reagiert der Organismus des Pferdes mit Blutdruckabfall, Nierenversagen und Koliken. Hinzu kommt, dass Ihr Pferd bei einer Überhitzung viele Elektrolyte verliert. Diese sind aber wichtig für die Aufrechterhaltung des Zellstoffwechsels. Durch den Verlust der Elektrolyte verliert Ihr Pferd Mineralstoffe. Diese können Sie nicht einfach durch Wasser wieder auffüllen. Neben den zuvor beschriebenen Reaktionen des Organismus kommt es beim Verlust der Elektrolyten zusätzlich zu Muskelkrämpfen, Nervenschädigungen und auch Herzrhythmusstörungen. Alles in allem kann eine Überhitzung bei Ihrem Pferd im Extremfall tödlich enden!

Wie können Sie eine Überhitzung Ihres Pferdes vermeiden?

  1. Stellen Sie auf der Weide die durchgehende Wasserversorgung sicher
  2. Vermeiden Sie Ausritte in der Mittagssonne oder in der prallen Hitze.
  3. Hat die Weide genug Unterstellmöglichkeiten? Sind diese vorhanden, lassen Sie Ihr Pferd tagsüber im Stall und stellen es nachts auf die Wiese.
  4. Fliegendecken schützen zwar vor lästigen Plagegeistern, bilden aber auch das Risikos eines Hitzestaus.
  5. Sind erste Kreislaufprobleme zu erkennen: Holen Sie Ihr Pferd aus der Sonne und bringen Sie es in den Schatten. Führen Sie es im Schritt und waschen Sie das Pferd kühl ab. Achtung: Abspritzen mit kaltem Wasser führt zu einem Schock!
  6. Falls Sie Ihr Pferd abspritzen: Die Wassertemperatur darf maximal zehn Grad unterhalb der Außentemperatur liegen. Es reicht nicht, wenn Sie nur mal kurz die Beine abspritzen. Dadurch erwärmt sich der Körper. Sie müssen Ihr Pferd vollständig mit Wasser benetzen.

Es ist natürlich für Sie nicht immer einfach, alle diese Maßnahmen im Rahmen des üblichen Tagesablaufes selbst zu bewerkstelligen. Achten Sie daher darauf, dass der Stallbetreiber, wo Sie Ihr Pferd untergestellt haben, mit darauf achtet, die Überhitzung der in Obhut genommenen Pferde zu vermeiden.

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